Das Kerpener Kulinarische Kirchen Kino

präsentiert vom KKKK-Team

immer sonntags um 16:00 Uhr

 

im Kath. Pfarrzentrum Horrem

Hauptstraße 215

50169 Kerpen-Horrem

Das Programm 2018 - erstes Halbjahr:


 

Der nächste Film am 21. Januar:

"Verfehlung"

Gerd Schneider * D * 2015 * 92 Min. * FSK 12

Verfehlung ist ein deutscher Spielfilm von Gerd Schneider aus dem Jahr 2015. Er handelt von der Freundschaft dreier katholischer Priester, die wegen des Verdachts auf sexuellen Missbrauch unter extremen Druck gerät.
Der Film hatte seine Premiere am 20. Januar 2015 im Wettbewerb des Filmfestivals Max Ophüls Preis.
Der deutsche Kinostart war am 26. März 2015.

Handlung
Die drei Priester Dominik, Oliver und Jakob treffen sich gern auf ein Spiel auf dem Fußballplatz oder ein Bier in der Kneipe.
Während Oliver entschlossen seine Karriere im Bistum angeht, ist besonders der umgängliche und menschenzugewandte Dominik ein Wegweiser für Jakob, der nach vier Jahren als Gefängnis-Seelsorger befördert werden soll und sich auf die Herausforderung freut. Die drei Freunde verbindet der Glaube, in der katholischen Kirche etwas bewegen zu können.

Als Dominik wegen Verdachts des sexuellen Missbrauchs in Untersuchungshaft genommen wird, ist Jakob davon überzeugt, dass es sich um einen Irrtum handelt. Doch die Vorwürfe des vermeintlichen Missbrauchsopfers Mike Rubin und seiner Mutter Vera säen bald Zweifel in ihm. 

Es gelingt ihm, Dominik ein Geständnis zu entlocken, und ihre Freundschaft wird auf eine harte Probe gestellt. Hin- und hergerissen zwischen seiner Loyalität und den schweren Anschuldigungen wählt Jakob schließlich den Weg zur Staatsanwaltschaft.

Hintergrund
Im Sommer des Jahres 2010 geriet die katholische Kirche in Deutschland – wie zuvor in den USA – durch die Aufdeckung ungezählter Missbrauchsfälle in eine schwere Krise. Wovor sich die deutschen Bischöfe sicher fühlten, traf nun auch ihre Sprengel. Seitdem bewegt eine Frage die Gesellschaft: Wie konnte ausgerechnet die Kirche diese Verbrechen systematisch vertuschen und verschweigen, offenbar über Jahrzehnte hinweg? Wer sind die Verantwortlichen?
Der Film „Verfehlung“ ist eine Geschichte über Freundschaft, Glauben und Verrat. Das Projekt ist eine intensive Auseinandersetzung mit dem umstrittenen Verhalten der katholischen Kirche bei Missbrauchsfällen. Seine besondere Stärke liegt in seinem Blickwinkel: Von innen heraus erzählt, geht der Film der Frage auf den Grund, warum so viele geschwiegen haben, die eigentlich hätten handeln müssen.
“Verfehlung” ist das Regiedebüt von Gerd Schneider, der selbst katholische Theologie studierte und als Priesteramtskandidat die besonderen Strukturen der Kirche genau kennt.

Besetzung

Sebastian Blomberg: Jakob Völz
Kai Schumann:         Dominik Bertram
Jan Messutat:           Oliver Gondek
Sandra Borgmann:    Vera Rubin
Valerie Koch:            Susanne Weihe
Oskar Bökelmann:    Mike Rubin
Hartmut Becker:       Kardinal Schoeller

Regiekommentar

Schon lange hat mich der Umgang der katholischen Kirche mit Missbrauchsfällen erschüttert. Vor etwa sieben Jahren hatte ich dann die ursprüngliche Idee zu einem Film, der sich mit genau diesem Thema auseinander setzt: Ein Gefängnisseelsorger hat den eigenen Kollegen und guten Freund plötzlich in der Untersuchungshaft sitzen.

Was geht in ihm vor, wie verändert sich ihr Verhältnis – Was wird er tun?

Diese Fragen liegen mir sehr nahe: Ich war selbst Priesteramtskandidat der Erzdiözese Köln und festen Willens, mein Leben in den Dienst der katholischen Kirche zu stellen. Vor dem Hintergrund dieser tiefgreifenden Erfahrung war es mir wichtig zu erzählen, dass es kein System der Vertuschung gibt, aber das Vertuschen durchaus systematische Züge hat.

Angst, Unvermögen und vorauseilender Gehorsam haben ein Klima geschaffen, in dem diese ungeheuren Vorgänge stattfinden konnten.

Um was es in „Verfehlung“ geht, ist mehr als eine Schuldfrage: Es geht um die Integrität einer Person, um die Wahrhaftigkeit dessen, was sie im Innersten ausmacht. Nämlich dann, wenn es ums Ganze geht, wenn genau diese Integrität schmerzhaft auf die Probe gestellt wird: Ein Drama im besten Sinne.

Gerd Schneider | Stuttgart, Dezember 2014

Kritik

Der Filmdienst urteilt, das „visuell und inszenatorisch sehr ambitionierte Drama fokussiert auf den Zwiespalt zwischen Freundschaft, Loyalität und moralischer Integrität, lässt aber auch die Opfer und ihre Angehörigen nicht außen vor“. Der Film überzeugt „durch seinen differenzierten Blick auf den kirchlichen Umgang mit dem Missbrauchsskandal“ und sei „hervorragend gespielt und recherchiert“.

Der epd Film meint, Verfehlung sei „kein anprangernder Film, kein Pamphlet“. Er seziere „vielmehr klug ein in sich geschlossenes System mit Absolutheitsanspruch“, in dem „Jakob so etwas wie ein Verräter“ ist.

Auszeichnungen

  • Preis der deutschen Filmkritik 2016: Bestes Spielfilmdebüt
  • Festival des deutschen Films Ludwigshafen 2015: Sonderpreis der Jury (Sebastian Blomberg), Ludwigshafener Drehbuchpreis
  • Deutsche Film- und Medienbewertung (FBW): Prädikat „besonders wertvoll“
  • Hauptpreis des 6. Kirchlichen Filmfestivals Recklinghausen
  • Santa Barbara International Film Festival 2016: Publikumspreis

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