Das Kerpener Kulinarische Kirchen Kino

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im Kath. Pfarrzentrum Horrem

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50169 Kerpen-Horrem


 

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Der nächste Film am 19. Mai:

"Broken Silence"

Wolfgang Panzer * CH * 1995 * 106 Min. * FSK 6

Broken Silence ist ein Film des Schweizer Regisseurs Wolfgang Panzer aus dem Jahr 1995.

 

Handlung
Nachdem der Kartäuser Fried Adelphi an die zwei Jahrzehnte in der Abgeschiedenheit eines Schweizer Klosters verbracht hat, beauftragt ihn sein Prior, die Besitzerin des Klosters ausfindig zu machen, um den nach beinahe 100 Jahren auslaufenden Erbpachtvertrag zu verlängern. Diese lebt als geheimnisumwitterte Vulkanologin völlig zurückgezogen irgendwo in den Bergen Indonesiens. Von seinem Schweigegelübde entbunden, tritt Fried seine Reise an und erlebt bereits im Flugzeug den zu erwartenden Kulturschock. Er verliert seine Geldbörse, die seine Sitznachbarin, die afroamerikanische Schlagzeugerin Ashaela aus New York, unbemerkt an sich nimmt. 

Aus Flugangst bricht Fried die Reise am Flughafen von Delhi ab, um sie per Schiff fortzusetzen, bekommt jedoch ohne Geld gleich Schwierigkeiten.

Ashaela lädt ihn nun ein, zahlt das Hotel und verspricht, den Kartäuser zu begleiten. So beginnt eine gemeinsame Reise durch Indien von Delhi über Bombay nach Kalkutta. Fried lernt gegen innere Widerstände, seine Kleidung dem Klima anzupassen, und Ashaela gesteht ihm am Ende die Herkunft der Reisekasse. 

Sie leidet an einer unheilbaren Krankheit und wird sterben. Mit ihrer Hilfe kann Fried jedoch seine Aufgabe erfüllen, bevor er das Mädchen am Palmenstrand nach ihrem Willen bestattet, obwohl er dazu gegen seine Auffassung verstoßen muss. Vor seiner Heimkehr reist er nach New York, um Ashaelas Freundin ihre Trommelstöcke zu bringen.

Kritik

„Es wäre ein Leichtes gewesen, sich über die Regeln des Ordensmannes, die dem modernen Europäer anachronistisch und mitunter auch wenig sozial vorkommen müssen, einfach lustig zu machen. Wolfgang Panzer glückt das Unerwartete: Fast hinterrücks beginnt dieser Mönch mitsamt seiner linkischen Unerträglichkeit, seinem tapferen Festhalten an seinen Geboten und Ritualen, mit seiner kindischen Frömmigkeit und seinem staunenden Erwachen in der Welt dem Zuschauer ans Herz zu wachsen. Frieds Irrfahrt wird zu einer Bildungsreise, wie man sie so im Kino noch nie gesehen hat. Broken Silence ist kein frommer und auch kein religiöser Film – er erzählt die Geschichte einer Sozialisation. Viel Zeit und weite Wege braucht der Mönch, um aus seiner Egozentrik herauszufinden. Daß er dabei mitunter eine lächerliche Figur abgibt, beginnt er zu ahnen; er nimmt es mit Würde hin.“

(epd Film 11/1996, zitiert nach: Cinematograph 6/1997)

 

Schweizer Kartäusermönch mit Flugangst, ohne Geld im tiefsten Indien gestrandet, tut sich mit schwarzem US-Girl zusammen, um nach Java zu kommen - so könnte ein Böswilliger den skurrilen Plot schildern. Aber Regisseur Wolfgang Panzer hat daraus den poetischsten deutschen Low-budget-Film der letzten Jahre gemacht. Seine größtenteils mit einer ordinären Videokamera gedrehte Geschichte von Fried, dem liebenswert weltfremden Beter (glänzend gespielt von Martin Huber), und der unbekümmerten Ashaela ist eine material- und stilsichere Studie in Sensibilität, ein Plädoyer fürs Ungewohnte und zugleich großartige Unterhaltung: ein Leinwand-Glücksfall.

(DER SPIEGEL 29/1996, 15.07.1996)


 

Anschließend sucht Fried eine Kirche auf, um zu beichten. Er gerät an Pfarrer Mulligan, der als künftiger Kirchenfürst mit Handy im Beichtstuhl sitzt, um für den Bischof und seine Beförderung erreichbar zu sein. Hier beginnt auch der Film:

Der Kartäuser beichtet Stück um Stück, was ihm widerfahren ist und was er getan hat, der New Yorker Kirchen-Manager hört ihm zu, erst unwillig und ungeduldig, dann immer interessierter. Der Zuschauer erlebt das Roadmovie im gleichen Tempo in den Rückblenden. Am Ende weiss Mulligan, bei wem er demnächst zur Beichte gehen wird.

Hintergrund
Gedreht wurde der Film zunächst auf Hi8 Video und später auf 35mmFilm überspielt. Broken Silence kam mit elf Kopien in die deutschen Kinos und brachte es innerhalb eines Jahres zu gut 160.000 Zuschauern und zu einer Videoausgabe. Auch 1998 auf dem Katholikentag in Mainz wurde er gezeigt. Die Jury des Bayerischen Filmpreises erfand eigens eine neue Preiskategorie, um Panzers Film zu ehren.

Auszeichnungen

1995: Shanghai International Film Festival – Bester Film
1996: Geneva Cinéma Tout Ecran – Wolfgang Panzer
1997: Bayerischer Filmpreis – Wolfgang Panzer

FBW
Eine friedliche und menschenfreundliche Grundhaltung prägt diesen ungewöhnlichen Reise-Film, der beeindruckend jene Weisheit belegt, daß doch der Weg das Ziel sei: Um den Glauben und das Zweifeln, um Zufall oder Bestimmung, um eiserne Regeln und pragmatische Offenheit, um Kirche und Anarchie, um Männer und Frauen, um Leben und Tod, Hoffen und Sterben, letzte Wünsche und Kremation, um Himmel und Hölle, kurz um Gott und die Welt geht es in diesem road-movie - und das ist noch zuwenig gesagt. Wer da redet und mit sich reden läßt, ist ein Kartäuser-Mönch mit eigentlich eisernem Schweige-Gelübde. Was er in New York (in einer Rahmenhandlung) einem Priester beichtet, lassen grobkörnige, tw. amateurhaft wirkende, auf Film transformierte Hi8-Videobilder miterleben: seinen Flug nach Indien, die Weiterreise mit einer jungen schwarzen Frau als Reisegefährtin über Land und Meer nach Java. Stets wird Unerwartetes erzählt, ganz unspektakulär und mit gemächlichem Tempo. Der Film ist sperrig, seine Darsteller überzeugen mit spröder Präsenz. Nicht alle Edelsteine kommen hochglanzpoliert daher.


 


 

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