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Ist die Kirche schon tot?

Eine Auswertung der statistischen Daten
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Datum:
15. Feb. 2024
Von:
Maike Teller

Ist die Kirche schon tot?

Besteht Hoffnung auf Auferstehung?

Ja, es treten viele Menschen aus der Kirche aus. Das wollen wir nicht schönreden, aber wir im Pfarrgemeinderat wollten uns die Statistik ausführlicher anschauen und das Thema im Jahr 2024 genauer betrachten.

Zunächst möchte ich Ihnen einen Überblick über die Fakten geben. Dazu finden Sie in der Tabelle die Zahlen unseres Seelsorgebezirks aus dem abgeschlossenen Jahr 2023. Insgesamt leben in unserem Pfarrverband 10.989 Katholiken. Wer sich die Statistik noch detaillierter anschauen möchte, findet über den QR-Code zu unserer Website, auf der die Statistik nach Stadtteilen aufgesplittet und mit dem Vorjahr verglichen veröffentlicht ist. Einen Überblick über die Situation im Erzbistum finden Sie unter www.erzbistum-koeln.de/kirchenstatistik

 

10.989 Katholiken
320 Austritte
78 Verstorbene
68 Taufen
6 Wiederaufnahmen
107 Kommunionkinder
81 Firmlinge*
14 Hochzeiten
 

*Zu beachten ist, dass in unserem Pfarrverband nur alle 2 Jahre die Firmung angeboten wird.

 

Überraschenderweise gibt es immer noch erfreulich viele Taufen im Verhältnis zu den Sterbefällen. Gleichzeitig werden viele von Ihnen beobachtet haben, dass die Teilnahme am Sonntagsgottesdienst deutlich zurückgegangen ist. Ja, das ist schade. Aber bedeutet es, dass Kirche vor Ort ausstirbt? Nein, denn aktiv an Kirche teilzunehmen beinhaltet nicht nur den Besuch der Heiligen Messe. Andere Formen der Liturgie, wie beispielsweise „Musik am Mittag“, können sich über regen Zulauf freuen. Auch in den caritativen Angeboten wie z.B. dem Lotsenpunkt oder der Kleiderkammer / dem kfD-Lädchen engagieren sich viele Gemeindemitglieder und bieten damit vielgenutzte Anlaufstellen in unseren Orten. Ich habe an weiteren Stellen nachgefragt. 

 

KiTa-Plätze sind knapp. Ist die christliche Ausrichtung der KiTa den Eltern wichtig? Natascha Kraus erklärt mir: 

Neben anderen Aspekten wie der Inklusion ist vielen Eltern auch das Christliche Leben und der Glaube wichtig. Den Eltern geht es dabei für die Kinder nicht vorrangig um Themen der Institution Katholische Kirche, sondern um die christlichen Werte und die Entwicklung der sozialen Kompetenzen. Diese finden sich in unseren ganzheitlichen Konzeptionen wieder und in Leitgedanken, wie z.B. „Gott in allen Dingen finden“ (nach Ignatius von Loyola). Dabei achten wir das Recht des Kindes auf Religion und begleiten es behutsam bei seinen Fragen zum Leben. Die Kinder tragen den gelebten Glauben in die Familien zurück, die Eltern setzen sich selbst wieder mit ihrem Glauben auseinander und viele leben als engagierte Christinnen und Christen mitten in der Gesellschaft und auch in den Pfarrgemeinden.  

Die Familienzentren sind aber mehr als nur ein KiTa-Platz! Über die Kinderbetreuung hinaus gibt es viele Angebote, die Kleinkindergottesdienste stehen allen offen. Die Familienzentren sind Teil der Gemeinde und für viele eine Tür in die Kirchengemeinde. Manche Eltern engagieren sich später z.B. als Katechetinnen und Katecheten in der Kommunionvorbereitung, im Chor, in Gremien oder in einzelnen Projekten.

 

Im November 2023 war Firmung. Lassen sich weniger junge Menschen firmen? Bei der Reflexion im Kreis der Katecheten haben wir auch auf die Anzahl der Jugendlichen geschaut. Ja, früher waren es mehr. Aber früher hörten wir auch häufiger: „Ich habe mich hier angemeldet, weil meine Oma das erwartet.“ oder „Ich kann das Geld von Opa gut für den Führerschein brauchen.“ Solche Äußerungen hören wir heute nicht mehr. Die Jugendlichen, die sich noch firmen lassen, entscheiden sich ganz bewusst dafür.

 

Ich frage einen Vater: Warum lässt du dein Kind taufen? „Weil ich die christlichen Tugenden und Gemeinschaft gerade für die frühe Entwicklung von Kindern für erstrebenswert halte und insgeheim die Hoffnung habe, dass sie dadurch zu mündigen Christen werden, die nach ihrer eigenen bewussten Entscheidung zur Firmung die Amtskirche jeden Tag ein Stückchen besser machen.“

 

Was denken Sie, wenn Sie auf die Zahlen schauen? Wie nehmen Sie die Veränderung der Kirche im Großen und Kleinen wahr? Schreiben Sie gerne an der PGR: 

pfarrgemeinderat@horrem-sindorf.de

 

Ja, es treten viele Menschen aus der Kirche aus. Ja, es bleibt nicht alles wie es schon immer war. Aber die grundlegenden christlichen Werte sind aktuell: Nächstenliebe, Caritas, Bewahrung der Schöpfung, Glaube an Auferstehung, …

Nein, die Kirche ist nicht tot. Es bleibt die Hoffnung auf Auferstehung. 

 

für den PGR

Dorothee Schneiders

Statistik für den Jahresbericht 2023